Kamerabilder zeigen Otter und Marderhund im Gebiet Gelderse Poort

4 März 2021 |
GBRA

Aufnahmen von Wildkameras im Naturgebiet Gelderse Poort bei Nimwegen zeigten im Januar besondere Tiere. Im Rijnstrangen-Gebiet wurden auffallend viele Fischotter von den Kameras erfasst. Fünfzehnmal wurde dieser seltene Wasserfreund innerhalb von zwei Wochen beobachtet! Eine weitere besondere Beobachtung war der Marderhund, der ebenfalls mehrfach ins Blickfeld der Kamera geriet.  

OTTER(MONITORING)

Seit im Januar 2014 zum ersten Mal Spuren von Fischottern im Gebiet Gelderse Poort gefunden wurden, überwacht ARK Natuurontwikkeling die Otterpopulation mit Wildkameras und mit Unterstützung engagierter Freiwilliger der Otter- und Biberarbeitsgruppe CaLutra. In den Rijnstrangen, einem Sumpfgebiet im nördlichsten Teil des Gelderse-Poort-Gebietes, gab es einen Monat später, im Februar 2014, den ersten Sichtungserfolg. Seitdem wird immer wieder Otteraktivität beobachtet. Im Rahmen des Otter-Monitorings suchen Studenten, die Praktika bei ARK absolvieren und Freiwillige von CaLutra, regelmäßig nach Otterspuren.

Aufnahmen von Ottern im Rijnstrangen-Gebiet

WEITERE SPUREN

Spraints (Losungen) und Fußabdrücke sind Spuren, die regelmäßig in den Rijnstrangen angetroffen werden, aber auch Wildkameras im Gebiet liefern jede Menge Informationen. Im Moment sind fünf Wildkameras installiert, die von Studenten im Rahmen ihres Praktikums bei ARK kontrolliert werden. Alle diese Kameras hatten im Januar Fischotter dokumentiert! Insgesamt handelte es sich um zwanzig Aufnahmen, wovon fünfzehn in den ersten zwei Januarwochen. Zum Vergleich: In den vier Monaten davor gab es von denselben Kameras nur acht Aufnahmen von Fischottern. Auch die Bisamrattenfänger und Freiwilligen von CaLutra fanden im Januar dieses Jahres während ihres Monitorings in den Rijnstrangen auffallend viele Otterspuren und sichteten die Tiere auf den Kamerabildern.  

WARUM SO OFT?

Es ist allgemein bekannt, dass in den Wintermonaten eine verstärkte Otteraktivität zu beobachten ist. Im Herbst suchen sich die Jungtiere nämlich ihr eigenes Revier, das sie dann an markanten Stellen, wie beispielsweise vor unseren Wildkameras, mit Spraints markieren. Auf diese Weise kommunizieren sie ihre Reviergrenzen oder Geschlechtsreife mit Artgenossen. Eine andere Erklärung für die zunehmende Otteraktivität könnte der steigende Wasserstand des Rheins sein. Der Fischotter scheint in den Wintermonaten vor allem die Gebiete hinter den Deichen aufzusuchen und ist dann seltener in den Überschwemmungsgebieten anzutreffen. Wie viele Otter derzeit im Gebiet leben, ist schwer einzuschätzen, da die individuellen Tiere anhand von Kameraaufnahmen nicht so einfach auseinanderzuhalten sind. Die Zunahme der Otteraktivität ist auf jeden Fall ein vielversprechendes Zeichen für die Lebensfähigkeit der Otterpopulation in den Rijnstrangen.

Ein Marderhund zeigt sich vor der Wildkamera 

MARDERHUND

Auch der Marderhund tauchte im Januar auf den Aufnahmen unterschiedlicher Wildkameras auf. Der Marderhund ist eine exotische Art, die wegen ihres Fells von Ostasien nach Europa importiert wurde. In den 1930er Jahren entkamen Dutzende Marderhunde aus Pelztierfarmen in Osteuropa und verwilderten, und in den 1950er Jahren wurden Marderhunde in Westrussland gezielt als Jagdtiere ausgesetzt. Seitdem hat sich die Art in Europa verbreitet. Seit den 1990er Jahren werden Marderhunde auch hin und wieder in den Niederlanden beobachtet, sind hier jedoch noch sehr selten.

In den Rijnstrangen wurde der Marderhund zum ersten Mal am 12. Oktober 2020 gesehen. Die darauf folgenden Beobachtungen am 10. und 16. Januar 2021 deuten darauf hin, dass sich der Marderhund schon seit längerer Zeit in diesem Gebiet aufhält. Ob es sich dabei nur um ein herumstreunendes Tier handelt oder um ein tatsächlich angesiedeltes, ist noch abzuwarten. Daher ist es wichtig, dass jede Sichtung dieser exotischen Tierart dem niederländischen Säugetierverband gemeldet wird. Auf diese Weise können die Auswirkungen dieser Exoten auf die in den Niederlanden einheimischen Arten weiter untersucht werden.