Fish & Ships

5 Dezember 2018 |
GBRA

Am 13. November 2018 organisierte Rijkswaterstaat den Workshop Fish & Ships im Sprok in Nijmegen-Lent. Während die Schiffe über die Waal am Fenstervorbei fahren und wir die Geräusche hörten und die Vibrationen spürten, wurden die niederländische und deutsche Teilnehmer in die Welt der Fische mitgenommen und erfuhren wie sie durch die Schifffahrt beeinflusst wird.

Katja Heubel von der Universität zu Köln machte deutlich, dass auch Flussfische Geräusche machen um miteinander zu kommunizieren und sich durch die Geräusche der Schiffe nicht mehr richtig hören können. Feldexperimente haben gezeigt, dass dies beispielsweise die Partnerwahl der Grundeln beeinflusst. Petr Zajicek von der ICG Berlin sagte, dass umfangreiche Fischdatenuntersuchungen an mehreren europäischen Flüssen gezeigt hätten, dass selbst bei einer Schiffsintensität von 8 Schiffen pro Tag die Auswirkungen auf die Fischpopulation nachweislich von denen anderer Stressoren unterschieden werden können. Frank Collas von der Universität Nijmegen teilte die Ergebnisse der

Fischforschung hinter Längsbuhnen an der Waal mit, wo die Dichte von Jungfischen im Vergleich zu Querbuhnenfeldern deutlich höher ist, da der Einfluss der Schifffahrt geringer ist.

Kurzvorträge wurden gehalten über 1) die Quappe und deren Geräusche, 2) Fischschäden durch Schiffsschrauben und 3) eine geräuscharme und fischfreundliche Schiffsschraube, der sich in der Entwicklung befindet. Christina Bode von Wasser und Schifffahrtsverwaltung des Bundes Margriet Schoor von Rijkswaterstaat erläuterten, was die Schifffahrtsbehörden in Deutschland und den Niederlanden für die Instandhaltung der Wasserstraßen tun. Insbesondere das Auffüllen tiefer Stellen mit Material aus flachen Zonen kann die Verfügbarkeit von Unterschlupf für Wanderfische beeinflussen. Der Blick auf die Waal war großartig, der geschäftige Schifffahrtsverkehr und die niedrigen Wasserstände beeindruckend. Da die meisten Gewässer Rheinvorland bei diesem Wasserstand nicht erreichbar sind, befinden sich die meisten Fische jetzt im Hauptkanal, der gerade jetzt sehr voll mit Schiffen ist. Es ist plausibel, dass lange Zeiträume mit niedrigem Wasserstand zu mehr Fischschäden führen. Es liegen jedoch keine Daten dazu vor. Am Nachmittag gab es in drei Gruppen angeregte Diskussionen über 1) Wie können wir Fischschäden in Deutschland und den Niederlanden monitoren? 2) Möglichkeiten zur Schadensminderung und wie können diese realisiert werden?