Fischotter besucht zum ersten Mal eingebauten Kunstbau

27 Februar 2020 |
GBRA

In den letzten zwei Jahren hat der niederländische Kulturlandschaftsverband 35 künstliche Fischotterbaue gebaut. Mit Wildkameras werden sie Tag und Nacht überwacht, um festzustellen ob die sie von einem Fischotter genutzt werden. Letzten Monat war es soweit: Auf Video konnte festgehalten werden, wie ein Fischotter zum ersten Mal den Bau besuchte!

Obwohl es in England viel Erfahrung mit der Anlage künstlicher Fischotterbau gibt, hat man damit in den Niederlanden erst vor kurzem begonnen. Dies ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Fischotter einen künstlichen Bau in Gelderland aufsucht. Der Fischotterbau ist in der Nähe von Beek-Ubbergen und wurde vor anderthalb Jahren dort platziert. Bereits im April 2019 wurde Fischotter zweimal gefilmt, aber das Tier ging nicht in den Bau hinein. Erst am 9. Januar 2020 ging der Fischotter erstmals in den Bau hinein:

Der Fischotter kann durch zwei Röhren in den vergrabenen Bau hinein.

Dieser Fischotter hat den Bau im dieses Jahr im Januar mehrmals besucht und wurde auch während des Spielens ausgiebig gefilmt: 

Dass dieser Ort nicht nur für Fischotter, sondern auch für andere Tiere attraktiv ist, haben bereits die anderen Bilder der Wildkameras gezeigt. In den letzten anderthalb Jahren wurde der Ort beispielsweise von einem badenden Bussard, einem Reh mit Kitz, Enten mit Küken, Biber, Dachs, Fuchs, Iltis, Steinmarder, Wanderratte, Katze, Hase, Reiher, Habicht, Eule, Buntspecht, Wacholderdrossel, Eichelhäher, Sperber mit Beute und unzähligen Mäusen besucht.

Wir werden den Fischotterbau weiterhin genau beobachten. Hoffentlich wird der Fischotter diesen Bau weiterhin nutzen und dort ein sicheres Zuhause finden. Er wird diesen Ort wahrscheinlich mit einer Reihe anderer Tiere teilen müssen ...

Die Grün Blaue Rhein Allianz und die Anlage von Fischotterbauen

Die Anlage von Bauen von Fischotter ist Teil des Interreg-Projektes "Grün Blaue Rhein Allianz", bei dem deutsche und niederländische Organisationen zusammenarbeiten, um die ökologischen Verbindungen zu verbessern. Von den 35 Fischotterbauen, die mittlerweile von der Vereinigung niederländische Kulturlandschaft installiert wurden, befinden sich 28 in den Niederlanden und 7 in Deutschland. In diesem Jahr werden noch rund 10 weitere, hauptsächlich in Deutschland installiert.

Fischotterbaue sollen dem gefährdeten Fischotter eine sichere Unterkunft bieten. Fischotter sind nomadisch lebende Tiere, die entlang von Gewässern unterschiedliche Behausungen nutzen. In unserer früheren Landschaft konnten Fischotter ausreichend sichere unterirdische Unterkünfte finden, beispielsweise in den Hohlräumen zwischen Baumwurzeln entlang der Wasserwege. Heute gibt es in Deutschland und den Niederlanden jedoch nur wenige solcher Orte. Und Fischotter graben keine eigenen Baue in die Uferböschungen. Sie können das ganze Jahr über Junge bekomen, also auch im Winter. Durch den Einbau der künstlichen Fischotterbau, die in die Ufer der Gewässer eingegraben werden, bieten wir Fischottern sichere Verstecke, in denen sie sich ausruhen und ihre Jungen bekommen können.