Artikel über die Fischotter-Maßnahmen in der Rheinischen Post

15 April 2021 |
GBRA

Im März 2021 erschien in der Rheinischen Post ein Artikel über Fischottermaßnahmen:

Kehren Fischotter an die Lippe zurück?

Das „Tier des Jahres 2021“ soll im Fluss wieder heimisch werden. Dafür gibt es eine grenzübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen der Grün-Blauen Rhein-Allianz.

HÜNXE/SCHERMBECK/WESEL |(RP)

artikel Fischotter RP

Der Fischotter, von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2021 auserkoren, soll an der Lippe wieder heimisch werden. Dass der hübsche Wassermarder im Kreis Wesel schon seine Bahnen zieht, haben Kot- und Fuß-Spuren bewiesen, teilt der Lippeverband mit. Erfreulich, denn der  Fischotter galt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in NRW als ausgerottet. Vielleicht macht er es sich jetzt in den sogenannten „Otterholts“ gemütlich. In den rund 1,50 mal 1 Meter großen Boxen können Weibchen ungestört ihre Jungen großziehen und sich – wenn es später richtig gut läuft – von Wildkameras dabei filmen lassen. Die Biologische Station im Kreis Wesel, die Vereniging Nederlandse Cultuurlandschap und der Lippeverband stellten nun vier Otter-Kästen am Gewässer auf.

Im Rahmen des von der EU kofinanzierten deutsch-niederländischen Projektes „Grün-Blaue Rhein-Allianz“, kurz GBRA, hat man die im Uferbereich versteckten Plätze für die Otter eingerichtet. Die dunklen Kästen liegen oberhalb der Wasserkante und sind gut belüftet, denn die Otter-Jungen mögen es trocken. Ausgewachsen sind die Marder-Tiere hervorragende Schwimmer und legen als Einzelgänger weite Strecken zurück. Die agilen Jäger fühlen sich an flachen Flüssen mit zugewucherten Ufern am wohlsten.

„Dank der Lippe-Renaturierung bietet der ehemals begradigte Fluss wieder solche wilden Bereiche“, freut sich Günter Cremer, Koordinator betriebliche Maßnahmen „Lebendige Lippe“. „Otter ziehen in bestehende Höhlen ein und bauen nicht selbst. Mit unserem ‚Wohnungsangebot‘ wollen wir ihren Lebensraum vergrößern und hoffen, sie langfristig auch beobachten zu können“, erläutert Paul Schnitzler von der Biologischen Station. Wo genau die Kästen stehen, wird nicht verraten, um die Tiere vor unangekündigtem Besuch zu schützen.

installing an Otterholt
installing an Otterholt

Ein Grund, warum der Fischotter fast ausgestorben war, ist sein ungewöhnlich dickes Fell, das sehr begehrt war: Laut WWF hat das Tier keine Fettschicht, sondern rund 70.000 Haare pro Quadratzentimeter Haut - zum Vergleich: Der Mensch kann nur rund 200 aufbieten. Die Tiere haben einige weitere Eigenheiten. So sind sie fast immer hungrig, das ist laut WWF ihrem schnellen Stoffwechsel geschuldet. Sie fressen gern Fisch und müssen täglich bis zu 25 Prozent ihres eigenen Körpergewichtes davon vertilgen. Schlau sind sie, ihre lose Haut bildet Taschen, in denen sie Futter auf Vorrat verstauen können. Zudem können Fischotter bis zu sieben Minuten tauchen und ihre sensiblen Barthaare ermöglichen es ihnen, auch im Trüben erfolgreich zu fischen.

Höhlen allein reichen laut WWF aber nicht aus, um die Fischotter zu schützen. Die nämlich haben eine eigenartige Abneigung, unter Brücken hindurch zu tauchen, die Ursache dafür ist bislang noch nicht erforscht. Das führt dazu, dass sie lieber zu Fuß am Ufer entlang gehen - wo das nicht möglich ist, nehmen die Marder auch mal die Straße, was sie das Leben kosten kann. Künstliche Wege unter den Brücken, sogenannte Bermen, helfen, damit die kleinen Kerlchen sicher weiterkommen.

Auch die Bild-Zeitung veröffentlichte einen Artikel über den Fischotter