Acht risikoreiche Otter-Engpässe in Gelderland behoben

2 Dezember 2020 |
GBRA

De Grün Blaue Rhein Allianz (GBRA) hat gestern die letzten Maßnahmen zur Behebung mehrerer großer Otterengpässe in den Niederlanden abgeschlossen. In der Region Achterhoek wurde die achte und vorläufig letzte für Fischotter gefährliche Situation verbessert. Ende September war mit dem Anbringen von Laufstegen und Leitzäunen an insgesamt acht risikoreichen Stellen begonnen worden: dort, wo sich Gewässer und Straße kreuzen. 

Seit 2017 arbeiten die vier deutschen und sechs niederländischen GBRA-Partner gemeinsam an ökologischen Verbindungen für Otter und Wanderfische im und rund um den Rhein. Im Gebiet Gelderse Poort bei Nimwegen und im Rheingebiet auf deutscher Seite ist eine grenzüberschreitende Otterpopulation zuhause. Da diese Raubtiere nicht gerne unter Brücken hindurch oder durch Durchlässe schwimmen, verfolgen sie ihren Weg oft entlang des Ufers und über die Straße. Dadurch lassen jährlich ungefähr 25 Prozent der Otter ihr Leben im Verkehr.  

Otter
Der Fischotter scheint zwar ein echtes Wassertier zu sein, in Stresssituationen bevorzugt er jedoch den Landweg.

Wachsende Population, kleine genetische Basispopulatie

Letzten Monat wurde bekannt gegeben, dass der Fischotter nicht mehr auf der Roten Liste steht. Eine gute Nachricht, denn nachdem die Art in den 80er Jahren fast verschwunden war, gibt es in den Niederlanden dank Wiedereinbürgerung und sauberer Flüsse und Bäche nun wieder etwa 450 Otter. Das Ziel ist jedoch noch nicht erreicht, denn trotz der wachsenden Population sorgen viele Otterengpässe weiterhin für Probleme.

Hindernisse wie Straßen und ein stark zersplitterter Lebensraum führen nicht nur zu Verkehrsopfern, sondern erschweren auch die Erreichbarkeit der unterschiedlichen Otterpopulationen untereinander. Dies, in Kombination mit einer beschränkten genetischen Basis – fast alle Fischotter in den Niederlanden sind miteinander verwandt – erhöht die Wahrscheinlichkeit für Inzest und damit einhergehende Gesundheitsprobleme. Um einen guten und sicheren Austausch zwischen den Otterpopulationen in den Niederlanden und Deutschland zu ermöglichen, müssen die Verbindungen zwischen diesen Gebieten sicher gestaltet werden.   

Sicher und trockenen Fußes unter der Brücke hindurchen 

Aus diesem Grund haben die unterschiedlichen GBRA-Organisationen eine Bestandsaufnahme aller eventuellen Otterengpässe im Projektgebiet durchgeführt und nach Risikograd von hoch nach niedrig gestaffelt. Im Oktober dieses Jahres wurde mit der Verbesserung der acht Stellen gestartet, die in den Niederlanden am schlechtesten abgeschnitten hatten und die sich mitten im Verbreitungsgebiet des Otters befinden. Um die Otter dazu zu bringen, ihren Weg nicht auf sondern unter der asphaltierten Straße hindurch fortzusetzen, wurden verschiedene Maßnahmen getroffen. Da Fischotter in stressvollen Situationen – wenn sie sich zum Beispiel der Kreuzung eines Gewässers mit einer Straße nähern – die trockene Route bevorzugen, wurden nun unter den existierenden Brücken Otterlaufstege installiert. Auf diese Weise können die Tiere über die trockenen und sicheren Stege ihren Weg fortsetzen. Leitzäune entlang der Straße verhindern zusätzlich, dass Otter auf vielbefahrene Straßen gelangen können. 

Via de geplaatste loopplank kunnen otters veilig en droog onder de brug door. Foto: Melanie Pekel
Über die angebrachten Laufstege können Fischotter die Brücke sicher und trockenen Fußes unterqueren. Foto: Melanie Pekel

Am liebsten sähen wir natürlich Ufer, die unter Brücken ungehindert fortgeführt werden. Es wäre daher wünschenswert, wenn Entscheidungsträger bei zukünftigen Plänen für den Brückenbau die Bedürfnisse von wasser- und ufergebundenen Tieren, wie dem Fischotter, von vornherein berücksichtigten. Darüber hinaus werden Ufer oft noch ‘winterfest’ gemacht, indem die Vegetation für den Winter abgemäht wird. Das ist sehr bedauerlich, denn gerade im Gestrüpp fühlen sich viele Tiere wohl. Unser Bestreben ist es deshalb, um uns auch weiterhin für naturnahe Ufer entlang der niederländischen Flüsse und Bäche einsetzen.   

Von der Achterhoek bis zur Betuwe und nach Deutschland

Mit der Installation des letzten Laufstegs in der Region Achterhoek sind die acht wichtigsten Engpässe in Gelderland behoben. Erledigt ist die Sache damit jedoch noch nicht. In Deutschland wird im Moment noch an der Beseitigung von vier Otterengpässen gearbeitet und in den Niederlanden nehmen wir uns nach der Achterhoek jetzt die Betuwe vor. Dort leben zurzeit zwar noch keine Fischotter, erwartungsgemäß wird es jedoch nicht lange dauern, bis die Art ihr Verbreitungsgebiet dorthin ausweitet. Gerade die Tiere, die sich auf die Suche nach einem neuen Territorium machen, sind besonders anfällig dafür, dem Verkehr zum Opfer zu fallen. Deshalb bleibt es wichtig, um Engpässe in Gebieten, die an Otterterritorien grenzen, zu beheben, sodass sich Neuankömmlinge auf sicherem Wege einen neuen Lebensraum suchen können.